Dorian Gray in Bright Colours
nach Oscar Wilde
Dem jungen attraktiven Model Dorian Gray stehen gesellschaftlich alle Türen offen. Aber obwohl er immer gutaussehend und vital zu bleiben scheint, ist die Schönheit nur Fassade. Statt seiner altert ein verborgenes Bild auf dem Dachboden; das Porträt, das der Maler Basil Hallward einst von ihm angefertigt hat.
Oscar Wilde (1854-1900) war ein Dandy, ein Sprachgenie und Meister der Rhetorik. Sein ikonischer Roman »Das Bildnis des Dorian Gray« wurde unzählige Male verfilmt – Die Geschichte ist die immergültige Auseinandersetzung mit Verführung, Eitelkeit und Schönheit – und mit der Angst vor dem Tod. Oscar Wildes Roman erscheint in einer Zeit, in der die Menschen in sozialen Netzwerken nur ein optimiertes Bild von sich preisgeben, ebenfalls um keine Spur gealtert. Aber was passiert, wenn wir auf den Dachboden schleichen und es wagen, einen Blick auf das Bild zu werfen, das uns schonungslos unser Seelenleben präsentiert? Wohin mit der Angst vor den düsteren Trieben und all den Unzulänglichkeiten? Wie können wir die gesellschaftlichen Mechanismen des Aussortierens und Bewertens, die wir alle unbewusst benutzen, entlarven? Und wie können wir uns dem Ideal annähern, die spezielle Schönheit jedes einzelnen zum Leuchten zu bringen?
Die inklusive Inszenierung »Dorian Gray in bright colours« ist eine verspielte Annäherung an das Bildnis des Dorian Grays. Immer der dichten poetischen Sprache Wildes folgend, mal ernsthaft, mal komödiantisch setzen sich vier Spieler*innen mit dem menschlichen Verfallsdatum auseinander.
Mit: Matthias Eberle, Sina Fichtenberg, Thomas Oram, Johanna Steinhauser
Regie: Helwig Arenz
Produktion: Christian Vittinghoff
Deutsch von Thomas Oram
Spielort: Gostner Hoftheater