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Kritik: Schauburg München - "Nothing Twice"

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Musik ertönt. Der Einlass beginnt. Das erste was auffällt: Wo sind die Stühle? Danach ein Tänzer, der sich gekonnt durch ein Graffitdosen-Labyrinth bewegt.
Wie bereits beim ersten licht.blicke-Festival im Jahr 2001 begeistert die Schauburg München die Zuschauer auch dieses Jahr mit einem einzigartigen Stück. „Nothing Twice“ heißt die Inszenierung, die am 15.10.2019 um 19.00 Uhr im Hubertussaal in Nürnberg den Auftakt des Festivals bildet.
Zunächst sind einige Zuschauende sichtbar überrascht, dass sie während der etwa 80-minütigen Darbietung stehen sollten. Doch nach ein paar Minuten wird das Publikum durch interaktive Elemente Teil des Stücks und die Spielfläche beginnt sich zu verändern. Die Schauspielenden, die anfangs wie aus dem Nichts erschienen sind, nehmen nun den gesamten Saal in Anspruch.
Zwischen längeren Textpassagen gesprochen von der einen Seite des Raumes und Street Art Momenten auf der anderen Seite, bringen Dance Battles eine willkommene Abwechselung und begleiten das Publikum zur nächsten Handlungsstätte. Hier wird immer mehr deutlich, dass Kunst viele Gesichter hat und man nicht nur von einem Typus Künstler per se sprechen kann. Hip-Hop ist ein gutes Beispiel für diese Vielfältigkeit der Kunst. Trotz der unterschiedlichen Kunstausrichtungen von Break Dance und Graffiti, verbindet beide der Hip-Hop. Auch die Inszenierung stellt hierbei den vermeintlichen Kampf um die Oberhand zwischen Sprache, bildender Kunst und Tanz in den Vordergrund, die letztendlich aber gleichberechtigt sind.
Gesellschafts- sowie Religionskritik ziehen sich ebenfalls durch den Abend, ohne aufgezwängt zu wirken. Dies liegt sicherlich auch an den kleinen Pointen, die beispielsweise von der Absurdität der persönlichen Bevorzugungen ablenken.
Da das Verständnis dieser Produktion bei Jung und Alt wahrlich kaum abweicht, ist die Altersempfehlung ab
13 Jahren angemessen. Einen inhaltlichen roten Faden sucht man bei diesem Stück scheinbar vergeblich. Aus diesem Grund ist auch der Schluss überraschend und nicht wirklich ersichtlich. Die Szenen wirken zunächst zusammenhangslos, bilden letztendlich dennoch ein stimmiges Bild. Bei genauerer Betrachtung kann man erkennen, dass Kunst ein wiederkehrendes Thema ist, nicht nur durch ihre Vielfältigkeit, sondern besonders durch ihre Einmaligkeit. Denn: Nichts geschieht zweimal. Auf alle Fälle wird das Publikum zum Nachdenken angeregt, wenn es sich auf dieses interaktive Schau-Spiel einlässt.
Von Sarah Röder und Sophie Wehner, Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg