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Kritik: Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute

Stellen Sie sich einen Zoo in schwarz-weiß vor. Einen Zoo, wie Sie ihn von alten Bildern aus dem Fotoalbum Ihrer Oma kennen. Und daneben einen hohen Zaun aus Stacheldraht.

Mit dieser Einführung beginnt "Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zaunes schaute", ein Stück, das in etwas mehr als einer Stunde die Geschichte eines jungen Bären erzählt, der, kaum angekommen, den ganzen Zoo mit seinen Fragen zur Aufruhr bringt. Und wer genau sind eigentlich diese Zebrawesen? Und warum stinkt es hier so?

Die Aufführung bringt eine unerwartete Ernsthaftigkeit mit sich, die jedoch immer wieder durch witzige Szenen und Tanzeinlagen aufgelockert wird. Der ständige Rollenwechsel der Schauspieler ermöglicht es, ein umfassendes Bild der Meinungen der Zootiere zum Geschehen im gegenüberliegenden Konzentrationslager Buchenwald zu erhalten, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Zudem schaffen die vier Darsteller es, den Zuschauer emotional mitzureißen. Auch die Kostüme tragen zur Handlung bei, so werden diese mal als Requisite verwendet, mal helfen sie Charakter und Ansichten der Tiere zu unterstreichen. Unterlegt wird das Ganze von passender Musik und Soundeffekten.

Insgesamt war das Stück nicht nur voller Witz und Überraschungsmomenten, sondern regte schlussendlich auch zum Nachdenken an. Ohne Zweifel ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte und das den ein oder anderen magischen Moment bereithält.

Luisa Stimpel – Pirckheimer Gymnasium