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Kritik: Vom Schatten und vom Licht

Vom Schatten und vom Licht“ ist ein Theaterstück von den Azubis aus Hamburg.
Mit einfachen Mitteln stellen die beiden Schauspieler Kai Fischer und Christopher Weiß, die sich zugleich um Regie, Ton, Licht und alles Weitere kümmern, das Thema Tod und Sterben in sehr kindgerechter und lustiger, teils aber auch ernster, trauriger Weise direkt im Klassenzimmer dar.

Das Stück handelt von der alten Ophelia, die wie so oft das Grab ihres Mannes mit ihrem Goldfisch „Fischli“ besucht. Sie beginnt darüber nachzudenken, ob es für sie nicht auch langsam an der Zeit wäre zu sterben, doch Fischli versteht das nicht und möchte wissen was denn überhaupt nach dem Tod kommt. So begeben sie sich auf die Reise, um den Tod zu suchen, wobei sie immer wieder auf Geister treffen, die ihre eigenen Erlebnisse von Tod und Sterben berichten und sich den beiden anschließen. Auf dieser abenteuerlichen Reise lernt Ophelia einiges über das Sterben und beginnt wieder lebendiger zu werden.

Das Stück ist von den Kostümen und dem Ton her sehr einfach gehalten, was einen gewissen Charme hat und, da das Stück für die Aufführung in Klassenzimmern konzipiert ist, sehr passend ist. Allerdings ist das Gesagte teilweise akustisch schwer zu verstehen, wenn gleichzeitig eins der Instrumente gespielt wird, was aber auch auf die Akustik eines Klassenzimmers zurückzuführen ist.
Beeindruckend sind vor allem die schönen Licht Effekte beziehungsweise Schattenspiele, die durch einfachste Mittel entstehen, wobei eine leichte Abdunkelung des Raums das ganze möglicherweise noch unterstreichen würde. Auch die Schauspieler haben jede ihrer Rollen gut verkörpert und in Anbetracht des jungen Publikums auch sehr passend gespielt.
In dem Stück wird mit viel Interaktion gearbeitet, das Publikum wird sehr oft mit einbezogen und aufgefordert selbst zu diskutieren und eigene Erlebnisse und Eindrücke zu berichten. Dies schien den Kindern sehr zu gefallen, sodass sie sich lebhaft und mit großer Freude an dem Stück beteiligt haben. Dadurch kommt selbst bei jungem Publikum keine Langeweile auf und die Aufmerksamkeit bleibt bestehen.
Das Thema Tod wird auf sehr kindgerechte Weise behandelt, ist aber auch sehr anpassungsfähig, je nach Altersstufe der Zuschauer.

Meiner Meinung nach, ein sehr süßes, gut gelungenes Stück mit überraschendem Ende, tollen Schattenspielen, sowohl lustigen als auch traurigen Momenten und sehr viel Interaktion mit dem Publikum.
Vor allem für Kinder ab 10 Jahren sehr geeignet, die das Stück durch ihre Gedanken und Kommentare auch sehr stark ausmachen, was das ganze sehr locker und lustig werden lässt und zu dem macht, was es ist. Aber definitiv ist es auch für Erwachsene und Jugendliche zu empfehlen.

Annika Balthasar – Pirckheimer Gymnasium