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Kritik: Spaaaß

Das Theaterstück „Spaaaß“ des Theaters Strahl (Berlin) erzählt vom Alltag des zwölfjährigen Bruno und seinen Klassenkameraden.

Auf der Bühne befanden sich drei Matratzen und eine Holzbank, wie man sie vielleicht aus Sporthallen kennt. Das Bühnenbild veränderte sich immer wieder; jedes Mal, wenn eine neue Szene begann. Beispielsweise diente die größte der Matratzen in einer Szene, die bei Bruno zu Hause spielte, als Bett. In einer anderen Situation wiederum, die in der Sporthalle der Schule spielte, als Matte zum Turnen. Das Licht veränderte sich nur wenig. Beispielsweise war es während eines Wunschtraums blau und während eines Albtraums rot.

Es gab zwei Mädchen und zwei Jungen in dem Schauspiel. Eine dritte Schauspielerin spielte die Lehrerin und leitete die Gespräche mit dem Publikum. Die Kostüme der Schauspieler passten sehr gut zu ihren Rollen. Sie trugen legere, bunte Kleidung und eine Schauspielerin trug pinke Haarspangen mit Schleifen.

Das Schauspiel hat mich beeindruckt, da viele Szenen improvisiert waren und dennoch sehr professionell dargeboten wurden. Auch als Zuschauer in einigen Szenen mit auf die Bühne kamen, fühlte man sich, als würde man, beispielsweise eine echte Geburtstagsparty beobachten. Das Stück war spannend inszeniert. Nach jeder Szene wurde kurz unterbrochen, damit das Publikum den Figuren Fragen stellen konnte, oder die nächste Szene geplant werden konnte. Tatsächlich war das Publikum beinahe durchgehend aktiv. Es durfte für einige Szenen, die beispielsweise in der Vergangenheit spielten den Schauplatz und die Umstände festlegen, sowie sich einen Wunschtraum und einen Albtraum für zwei der Figuren ausdenken. Auch für Probleme, die in der Gegenwart der Figuren auftraten, konnten die Zuschauer Lösungsvorschläge vorbringen und durchspielen. Zusammen mit der Lehrerin wurde ausgearbeitet, wie sich die Figuren in der jeweiligen Situation hätten verhalten sollen. Genau diese Interaktion hat mich persönlich sehr angesprochen. Man konnte die Figuren persönlich fragen, warum sie so handeln und sich ein Bild von ihren Umständen machen. Man fühlt sich involviert und zu keiner Sekunde nur als Beobachter.

Insgesamt war es die Absicht des Schauspiels den Begriff „Mobbing“ zu definieren. Täter, Mittäter und Mitläufer voneinander abzugrenzen und Methoden zum Umgang mit Mobbing zu erarbeiten waren dabei Teil des Stückes.
Das Stück ist meiner Meinung nach für Kinder und Jugendliche geeignet. Von den Inhalten und der Aussage ist es auch für Erwachsene relevant, aber die Umsetzung spricht dagegen. Die meisten Szenen spielen in einer Schule und die Schüler sind zwischen zwölf und dreizehn Jahre alt. Also stellen sie Personen dar, mit denen sich ein Erwachsener eher weniger identifizieren kann.
Dennoch würde ich es definitiv weiterempfehlen.

Luisa Seewald – Pirckheimer Gymnasium