StartseiteLicht.BlickeAktivitätenSchülerjuryKritik: Geburtstag - eine Hikikomori Story

Kritik: Geburtstag - eine Hikikomori Story

Bei Betreten des Raumes fällt einem sofort die Zweiteilung der Bühne auf. Links sitzt der Sohn am Computer und ist vollkommen in sein Videospiel vertieft, welches die Zuschauer über einen Bildschirm beobachten können. Die Spielfigur in dem Ego-Shooter ist er selbst. Rechts ist die Mutter in einen Sessel gesunken und kuschelt mit einem Teddybären. Neben ihr steht auf dem Tisch ein Geburtstagskuchen und hinter ihr sieht man einen kleinen Fernseher, auf dem die Videoüberwachung des Sohnes zu sehen ist. Alles was sie trennt ist eine Tür.
Die beiden sind, neben einer anderen Figur welche im Laufe des Stücks dazukommt, die einzigen Darsteller.

„Geburtstag – eine Hikikomori-Story“ zeigt die Geschichte einer Mutter und ihres Sohnes, der Geburtstag hat, jedoch zu sehr mit seinem Videospiel beschäftigt ist um ihn mit ihr zu feiern. Mit der Zeit öffnen sich die Charaktere und stellen durch bewegende Choreographien ihre Sehnsüchte, Ängste und Wünsche dar. Dabei passiert das beim Sohn durch ein „Nachspielen“ der Ego-Shooter und bei der Mutter durch Telefonate mit denen sie versucht ihre Einsamkeit zu überbrücken. Auch wird im Laufe des Theaterstücks klar, dass zwischen ihnen eine enge Verbindung besteht und sie nicht ohne einander können, auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollen.

Das Stück ist sehr bewegend und inspirierend, setzt sich aber auch mit einem sehr ernst zu nehmenden und modernen Thema auseinander: Spielsucht. Gleichzeitig regt es die Zuschauer auch zum Nachdenken über Familie, Liebe und Sehnsüchte an. Auch das Bühnenbild, welches immer wieder verändert wird und ebenfalls zu der Darstellung der emotionalen Zustände der Charaktere dient, ist Dank der modernen Projektionen und Videos sehr beeindruckend und ansprechend.

Zusammenfassend kann man sagen, dass „Geburtstag“ sehr interessant, modern gestalten und auf jeden Fall empfehlenswert ist.

Genja Slavina – Pirckheimer Gymnasium