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Kritik: Das Papiertheater Nürnberg - "Das entwaffnende Pferd"

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Krieg, die wohl größte Angst eines jeden Kindes. Frieden. Der wohl größte Wunsch.
Doch wie entsteht eigentlich Krieg? Mit dieser tiefgründigen Frage beginnt das unglaublich lustige, doch zugleich zum Nachdenken anregende Stück des Papiertheater Nürnbergs.
So entwickelt sich ein zunächst harmlos scheinender Streit, bei dem sich die zwei Protagonisten zunehmend heftiger mit Schrauben und Nägeln abwerfen. Ein wildes Kunstwerk entsteht auf der Holzwand, die das Bühnenbild darstellt, das von roten und grünen Pinselstrichen der beiden Streithähne immer größer wird. Auch Schüler, die sich für eine der beiden Farbseiten entscheiden konnten, durften daran mitwirken. Der Farbstreit endet erst, als einer der beiden Künstler eine Grenze überschreitet und sein Gegenüber im Gesicht mit roter Farbe trifft. Die beiden verschwinden nacheinander von der Bühne und sägen von der anderen Seite ein Pferd in das nun bunte Holz.
Mit den Worten „Wie entsteht eigentlich Frieden?“ wird die Geschichte des Trojanischen Pferdes eingeleitet, einer List, die letztendlich zum Tod einer ganzen Stadt geführt hat. Nachdenklich geben die beiden sich die zuvor umstrittenen Metallteilchen zurück und beschließen zusammen die gegenteilige Geschichte eines entwaffnenden Pferdes umzusetzen. Zu guter Letzt wird die Holzwand geteilt, zu einer Box umgebaut und eine Plastikwaffe zur Veranschaulichung hineingeworfen.
Doch diese Box hat so viel mehr Bedeutung als nur die einer Requisite des Stücks. Sie ist die Sammelkiste für Plastikwaffen von Schülerinnen und Schülern, die sich gerne „entwaffnen“ möchten. Die Idee zu diesem Stück ist allerdings nicht aus einer Lust heraus entstanden. Diese Geschichte setzt den Wunsch von Frieden und die Angst vor einem Weltkrieg von Kindern auf der ganzen Welt um. Nachdem die beiden Entwickler und zugleich Schauspieler des Stücks mit jungen Leuten auf der ganzen Welt über deren Ängste, Wünsche und Ideen gesprochen hatten, entstand der Entschluss diese Bedürfnisse zu unterstützen und Plastikwaffen auf der ganzen Welt zu sammeln. Diese sollen aber nicht einfach vernichtet, sondern am 18.Oktober feierlich zu einer Skulptur des Friedens verschmolzen werden.
Dieses tiefgründige und fantastische Theaterstück ist also nur ein Teil eines großen und wundervollen Projektes, das von Freitag an im Innenhof der Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände zu bestaunen sein wird.
Von Maja Metzmacher, Adam-Kraft-Gymnasium Schwabach